Von Hippies und Protestkultur
Ein wenig hippielastig ist es schon, das Plakat Ströbeles zur Bundestagswahl. Entworfen hat es wieder einmal der berühmt berüchtigte Karikaturist Gerhard Seyfried. Am heutigen Donnerstag präsentierten es die Beiden gemeinsam in der Druckerei Klingenberg in Tempelhof. Überrascht hat eigentlich nichts. Ströbele ist und bleibt halt Ströbele.
Das Plakat wird oben und unten von “Erststimme Ströbele” in geschwungener 70er Jahre Schrift gerahmt. Im Bildmittelpunkt und vorneweg der Bundestagsabgeordnete, natürlich mit seinem Fahrrad, denn das hat er inzwischen dank windiger Fahrradkuriere, die es auf einem Flohmarkt fanden, wieder.
Vor seinem Vorderrrad eine Heuschrecke, die noch schnell um ihr Leben springt, denn bremsen würde der Grüne nach eigenen Angaben für Heuschrecken [das Finanzkapital, Antisemitismus ick hör dir trapsen] nicht. An seiner Seite ein bissiger Hund, der grad ein Wahlplakat von Angela Merkel bepisst hat. Auf diesem wedelt die CDU-Kanzlerkadidatin mit zwei USA Fahnen. Außerdem trägt sie einen Mc Donalds Aufnäher und eine “W”-Krone [Washington, Antiamerikanismus ick hör dir och trapsen]. Zwischen Ströbele und dem Hund wurde dann noch schnell ein Wahlschild platziert “Sozial, gerecht ist nicht zu teuer mit Ströbeles Vermögenssteuer! Prenzl-, Kreuzberg, Friedirchshain wählen sich den Christian rein!”
Im Hintergrund des Bilde steht in Reih und Glied eine Masse von Menschen, die die Aktualität der Protestkultur der 70er darstellen soll. Mit dabei Omi, eine Muslimin, ein Junkpunker mit “No war for future” T-Shirt. Dazu noch ein paar Anti-Atom, Anti-Nazi, Pro-Regenwald, Pro-PACE und Pro-Hanf Schilder und fertig ist der Mix aus dem, wofür Ströbele steht. Beobachtend in der ganzen Masse ist noch der arme Marx zu finden. Wie der dahin gekommen ist mir - und ihm wahrscheinlich auch - schleiherhaft, denn zu den Wählerinnen und Wählern Ströbeles, die eigentlich in ihrer Vielfalt dargestellt werden sollen, zählt er jedenfalls nicht.
